Drohnenrecht für Einsteiger: Schein, Registrierung, Geozonen.
Welchen Drohnenführerschein du brauchst, wie du dich als Betreiber registrierst, wo du nicht einfach fliegen darfst und welche Versicherung Pflicht ist. Mit Beispielen vom Einfamilienhaus bis zum Hallendach.
Die Regeln gelten für Deutschland, Stand September 2026. Wir sind Softwareanbieter und keine Rechtsberatung. Verbindlich ist dipul.de, die Drohnenseite des Luftfahrt-Bundesamts (LBA) und der Deutschen Flugsicherung.
Vor dem ersten Flug, in dieser Reihenfolge
- Versicherung abschließen. Eine Haftpflicht ist für jede Drohne Pflicht, auch für die kleinste.
- Als Betreiber registrieren. Einmal beim LBA, 20 € (Firmen 50 €). Die Nummer, die du bekommst (e-ID), klebst du auf jede Drohne.
- Den passenden Nachweis machen. Welcher das ist, hängt an der C-Klasse deiner Drohne: keiner, A1/A3 oder A2.
- Vor jedem Einsatz die Geozonen prüfen, in der dipul-Karte oder der App Droniq TraX.
- Zustimmung einholen. Wer über ein Wohngrundstück fliegt, braucht fast immer die Erlaubnis des Eigentümers.
Danach geht es im Schnellstart weiter: vorbereiten, fliegen, hochladen.
Erst die Begriffe: Betreiber und Fernpilot
Das Drohnenrecht unterscheidet zwei Rollen, die oft dieselbe Person sind. Der Betreiber ist, wem die Drohne gehört oder wer sie einsetzt, also du selbst oder deine Firma. Er registriert sich und schließt die Versicherung ab. Der Fernpilot ist, wer die Drohne steuert. Er braucht den Kompetenznachweis, den „Drohnenführerschein“. Fliegst du als Einzelunternehmer selbst, erledigst du beides. Fliegen in einer Firma drei Mitarbeiter, registriert sich die Firma einmal, und jeder Pilot macht seinen eigenen Nachweis.
Fast alles, was du mit einer Kameradrohne an Gebäuden machst, fällt in die offene Kategorie. Dort gelten für alle dieselben Grundregeln: höchstens 120 m über Grund, die Drohne immer mit eigenen Augen im Blick, keine gefährlichen Güter, und nie über Menschenansammlungen. Innerhalb der offenen Kategorie gibt es drei Unterkategorien, A1, A2 und A3. Sie legen fest, wie nah du an unbeteiligte Menschen herandarfst. Welche für dich gilt, entscheidet die C-Klasse deiner Drohne.
Unbeteiligt ist, wer mit dem Flug nichts zu tun hat, etwa Passanten oder Nachbarn im Garten. Der Auftraggeber, den du eingewiesen hast und der einverstanden ist, zählt als beteiligt. Eine Menschenansammlung ist so dicht, dass niemand schnell ausweichen könnte: ein Wochenmarkt, ein Straßenfest, eine volle Fußgängerzone.
Die C-Klasse: das Etikett auf deiner Drohne
Drohnen, die seit 2024 neu verkauft werden, tragen eine Klassenkennzeichnung von C0 bis C6, ein kleines Etikett am Gehäuse oder auf der Verpackung. Sie richtet sich vor allem nach dem Gewicht. Für Gebäudeaufnahmen sind die ersten drei wichtig.
| C-Klasse | Gewicht | Beispiele | Unterkategorie | Was das heißt |
|---|---|---|---|---|
| C0 | unter 250 g | DJI Mini 4 Pro, DJI Mini 5 Pro | A1 | Du darfst im Wohngebiet fliegen und auch über einzelne unbeteiligte Menschen hinweg, aber nicht über Menschenansammlungen. |
| C1 | unter 900 g | DJI Air 3S | A1 | Wie C0, nur nicht über unbeteiligte Menschen hinweg. |
| C2 | unter 4 kg | DJI Mavic 4 Pro, Mavic 3 Enterprise, Matrice 4E | A2 | Mindestens 30 m Abstand zu Unbeteiligten, im Langsamflugmodus 5 m. |
| C3, C4 | unter 25 kg | DJI Matrice 350 RTK, Matrice 400 | A3 | Weit weg von Menschen, siehe unten. |
| C5, C6 | unter 25 kg | Spezialgeräte | STS | Gehören zu den Standardszenarien der speziellen Kategorie. |
Und wenn deine Drohne gar kein C-Etikett hat? Das betrifft ältere Modelle, die vor 2024 auf den Markt kamen, etwa eine Phantom 4 RTK oder eine Mavic 2. Unter 250 g fliegen sie wie C0. Ab 250 g dürfen sie nur noch in A3: mindestens 150 m Abstand zu Wohn-, Gewerbe-, Industrie- und Erholungsgebieten, und niemand Unbeteiligtes in der Nähe. Ein Haus im Ort fotografierst du damit legal nicht mehr, einen Acker weit draußen schon.
Welchen Drohnenführerschein brauchst du?
Es gibt drei Stufen, jede baut auf der vorigen auf. Den Nachweis hast du bei jedem Flug dabei, auf dem Telefon reicht.
Die Nachweise im Vergleich
- Kein Nachweis
- Für C0-Drohnen und alles unter 250 g. Das LBA empfiehlt das kostenlose Online-Training trotzdem, und wer beruflich fliegt, sollte es machen.
- A1/A3, der „kleine Drohnenführerschein“
- Für C1 und für alle Drohnen ab 250 g in A3. Online beim LBA: kostenloses Lernmaterial, dann eine Prüfung mit 40 Multiple-Choice-Fragen, 75 % müssen stimmen. 25 €, ab 16 Jahren, fünf Jahre gültig. An einem Nachmittag zu schaffen.
- A2, das Fernpilotenzeugnis
- Für C2-Drohnen nah an Menschen. Voraussetzung ist A1/A3. Dazu kommen ein praktisches Selbststudium, das du schriftlich erklärst, und eine zusätzliche Theorieprüfung bei einer vom LBA benannten Prüfstelle. Fünf Jahre gültig.
- STS, das Zeugnis für Standardszenarien
- Für die spezielle Kategorie mit C5- oder C6-Drohnen. Voraussetzung ist A1/A3, dazu eine Theorieprüfung bei einer benannten Stelle und eine praktische Ausbildung mit Prüfung bei einer anerkannten Stelle. Der Betreiber reicht außerdem eine Betriebserklärung beim LBA ein.
Brauchst du STS? Für Dächer, Fassaden und Grundstücke fast nie. STS ist für Einsätze gedacht, die über die offene Kategorie hinausgehen, zum Beispiel mit einer schwereren Drohne über einem abgesperrten Bereich in der Stadt (STS-01) oder außerhalb der Sichtweite über dünn besiedeltem Gebiet (STS-02). Beide setzen eine Drohne mit C5- bzw. C6-Kennzeichnung voraus. Eine größere Enterprise-Drohne wie die Matrice 350 RTK ist C3. In der offenen Kategorie fliegst du sie nur in A3, also weit weg von Häusern; im Ort brauchst du für sie eine Betriebsgenehmigung des LBA in der speziellen Kategorie.
Für die Praxis heißt das: Mit einer DJI Mini fliegst du ohne Schein los. Ab einer DJI Air brauchst du A1/A3. Und mit einer Mavic 4 Pro oder einer Enterprise-Drohne führt an A2 kein Weg vorbei, sobald das Objekt im Ort steht.
Betreiberregistrierung und e-ID
Registrieren musst du dich, sobald deine Drohne 250 g oder mehr wiegt oder eine Kamera hat. Das trifft praktisch jede Drohne, mit der du ein 3D-Modell erstellen kannst, also auch die DJI Mini.
- Online beim LBA registrieren, im Land deines Wohnsitzes bzw. Firmensitzes. Das kostet 20 € für Privatpersonen und 50 € für Unternehmen.
- Du bekommst eine e-ID, die Betreibernummer. Sie gilt in allen EU-Ländern und für alle deine Drohnen, du registrierst also nicht jede Drohne einzeln.
- Die e-ID gut lesbar auf jede Drohne kleben. Ein kleiner Aufkleber reicht.
- Bei C1- und C2-Drohnen zusätzlich in der App eintragen. Die Drohne sendet sie dann im Flug per Funk (Remote ID), damit Behörden sie zuordnen können.
Geozonen: wo du nicht einfach fliegen darfst
In Deutschland ist der Luftraum grundsätzlich frei, aber es gibt geografische Gebiete, kurz Geozonen, in denen du nur unter Bedingungen fliegen darfst. Welche das an deinem Einsatzort sind, prüfst du vor jedem Flug in einer von zwei Karten.
Die dipul-Karte unter maptool-dipul.dfs.de ist die offizielle Quelle von LBA und DFS. Sie läuft im Browser, kostet nichts und zeigt alle Zonen als Ebenen, die du einzeln ein- und ausblendest. Für die Vorbereitung am Schreibtisch ist sie erste Wahl.
Droniq TraX ist die App für unterwegs, der Nachfolger der Droniq App. Sie prüft deinen Standort, zeigt die Geozonen und sagt dir, was dort gilt. Die Grundfunktionen sind kostenlos. Mit „Jetzt fliegen“ machst du deinen Flugbereich für andere Luftraumnutzer sichtbar, zum Beispiel für einen Rettungshubschrauber. Die Bezahlversionen zeigen zusätzlich den bemannten Luftverkehr live. Eine Genehmigung ersetzt TraX nicht, die App zeigt dir nur, ob du eine brauchst.
Die Zonen, auf die du bei Gebäudeaufnahmen am häufigsten triffst:
| Geozone | Was gilt |
|---|---|
| Wohngrundstücke | Überfliegen nur mit ausdrücklicher Zustimmung des Eigentümers oder Mieters. Ausgenommen sind nur Drohnen unter 250 g ohne Kamera, also keine, mit der du ein Modell machst. |
| Kontrollzonen um Flughäfen | Nur mit Freigabe der Flugsicherung. Seit dem 6. August 2026 teilt die DFS ihre Kontrollzonen in einen Innen- und einen Außenbereich: außen kann unter Bedingungen eine allgemeine Freigabe gelten, innen brauchst du weiter eine eigene, beantragt über das AIS-Portal der DFS. |
| Flughäfen und Flugplätze | Im Umkreis von 1 km um Flughäfen (und 5 km in Verlängerung der Landebahnen) nur in der speziellen Kategorie. Um kleinere Flugplätze 1,5 km, dort reicht die Zustimmung der Flugleitung. |
| Autobahnen, Bundesstraßen, Bahnlinien, Bundeswasserstraßen | 100 m Abstand. Näher geht, wenn der Betreiber zustimmt oder wenn du stets niedriger fliegst, als du seitlich entfernt bist, und dabei mindestens 10 m Abstand hältst. |
| Industrieanlagen, Kraftwerke, Umspannwerke, Behörden, Polizei, Krankenhäuser | 100 m Abstand, näher nur mit Zustimmung des Betreibers bzw. der Einrichtung. |
| Naturschutzgebiete, Nationalparks, Natura-2000-Gebiete | Nur mit Zustimmung der Naturschutzbehörde. Außer in Nationalparks gibt es eine enge Ausnahme: nicht zur Freizeit, höher als 100 m, und nur wenn der Überflug für den Auftrag unumgänglich ist. |
| Unfall- und Einsatzorte von Polizei, Feuerwehr und Rettung | 100 m Abstand, näher nur mit Zustimmung des Einsatzleiters. |
Ein Hallendach im Gewerbegebiet kann also schnell in drei Zonen zugleich liegen. Lass dir Zustimmungen am besten schriftlich geben, eine E-Mail reicht, und hab sie beim Flug dabei.
Versicherung
Eine Haftpflichtversicherung ist in Deutschland für jede Drohne Pflicht, unabhängig vom Gewicht und davon, ob du privat oder beruflich fliegst. Sie zahlt, wenn deine Drohne jemanden verletzt oder etwas beschädigt, etwa ein Auto oder ein Dachfenster.
Die private Haftpflicht schließt Drohnen oft aus oder deckt sie nur privat und bis zu einem bestimmten Gewicht. Sobald du für einen Auftrag fliegst, auch einmalig und auch mit einer DJI Mini, brauchst du eine eigene Drohnenhaftpflicht für gewerbliche Nutzung. Frag bei deinem Versicherer konkret nach dem Modell und dem Einsatzzweck. Den Nachweis hast du beim Flug dabei. Eine Kaskoversicherung für die Drohne selbst ist freiwillig, bei einer Enterprise-Drohne mit RTK aber schnell ihr Geld wert.
Beispiele aus der Praxis
Vier Einsätze, wie sie unsere Kunden jeden Tag fliegen, und was dafür nötig ist. Registrierung, e-ID und Versicherung stehen nicht jedes Mal dabei: die brauchst du immer.
DJI Mini 5 Pro über einem Einfamilienhaus
- Einsatz
- Dachvermessung für eine Solaranlage, Wohngebiet, der Auftraggeber wohnt im Haus.
- Kategorie
- Offen, A1. Die Mini 5 Pro ist C0, mit dem Standardakku.
- Schein
- Keiner vorgeschrieben. A1/A3 empfohlen, das Training ist kostenlos.
- Zustimmung
- Vom Eigentümer, am besten mit dem Auftrag zusammen. Überfliegst du Nachbargrundstücke, auch von den Nachbarn. Sonst die Route so legen, dass die Drohne über dem eigenen Grundstück oder der Straße bleibt.
- Vorher prüfen
- Kontrollzone, Krankenhaus oder Bahnlinie in der Nähe? Ein Blick in dipul oder TraX.
DJI Air 3S über einem Mehrfamilienhaus in der Innenstadt
- Einsatz
- Fassade und Dach eines Mehrfamilienhauses, auf dem Gehweg sind Passanten unterwegs.
- Kategorie
- Offen, A1. Die Air 3S ist C1.
- Schein
- A1/A3.
- Worauf achten
- Nicht über Passanten hinweg fliegen. Bei der Fassade den Gehweg kurz absperren oder die Zeit abpassen, in der niemand darunter ist.
- Zustimmung
- Vom Eigentümer oder der Hausverwaltung. Auch Mieter sind Nutzungsberechtigte, ob die Zustimmung des Eigentümers für sie mitgilt, ist nicht eindeutig geregelt. Kündige den Flug deshalb mindestens per Aushang an.
DJI Matrice 4E über einer Gewerbehalle an der Bahnlinie
- Einsatz
- Vermessung einer Hallendachfläche mit RTK, neben dem Gelände verläuft eine Bahnstrecke.
- Kategorie
- Offen, A2. Die Matrice 4E ist C2, genau wie die Mavic 3 Enterprise und die Mavic 4 Pro.
- Schein
- A2. Ohne A2 bliebe nur A3, und die verlangt 150 m Abstand zum Gewerbegebiet. Zu Mitarbeitern auf dem Gelände hältst du 30 m Abstand, im Langsamflugmodus 5 m.
- Geozone
- Bahnanlage: 100 m Abstand, oder die Flughöhe bleibt stets unter dem seitlichen Abstand zur Strecke (bei 40 m Flughöhe also mehr als 40 m weg). Sonst die Zustimmung des Bahnbetreibers einholen.
- Zustimmung
- Vom Eigentümer des Geländes. Liegt die Halle in einer Industrieanlagen-Zone, auch vom Betreiber.
Ältere Phantom 4 RTK über freiem Feld
- Einsatz
- Geländemodell für eine geplante Freiflächen-Solaranlage, weit außerhalb des Orts.
- Kategorie
- Offen, A3. Die Phantom 4 RTK hat keine C-Klasse und wiegt über 250 g.
- Schein
- A1/A3.
- Worauf achten
- 150 m Abstand zu Wohn-, Gewerbe-, Industrie- und Erholungsgebieten, keine Unbeteiligten im Fluggebiet. Steht am Feldrand ein Hof oder führt ein Radweg hindurch, wird es schon eng.
Häufige Fragen
Brauche ich einen Drohnenführerschein für Gebäudeaufnahmen?
Was kostet der Drohnenführerschein?
Muss ich meine Drohne registrieren?
Brauche ich eine Versicherung für meine Drohne?
Darf ich mit einer DJI Mini einfach über das Nachbarhaus fliegen?
Darf ich meine ältere Drohne ohne C-Klasse noch fliegen?
Wie finde ich heraus, ob ich an einem Ort fliegen darf?
Wie hoch darf ich mit einer Drohne fliegen?
Darf ich mit der Drohne nachts fliegen?
Gilt mein Drohnenführerschein auch im Ausland?
Ich fliege nur einmal für einen Bekannten. Brauche ich trotzdem eine gewerbliche Versicherung?
Wie du die Flüge selbst planst, steht in der Flugplanung, welche Drohne was kann in Welche Drohne kann was?.
Stand September 2026, für Deutschland, ohne Gewähr. Verbindlich sind dipul.de und das Luftfahrt-Bundesamt.
Airclip ist vom Luftfahrt-Bundesamt benannte Prüfstelle für Fernpiloten. Die A2-Prüfung und die passende Vorbereitung bekommst du direkt bei uns im Shop.