RTK einrichten: Korrekturdaten, Fix und schnelle Hilfe.
Welche Drohnen RTK können, wie du SAPOS oder eine Basisstation anbindest und was hilft, wenn kein RTK Fix zustande kommt.
RTK (Real Time Kinematic) verbessert die Position der Drohne von ein bis drei Metern auf 2 bis 4 cm. Ob du das für deinen Einsatz brauchst, steht in Wie genau wird mein Modell?. Hier geht es darum, wie du es zum Laufen bringst.
Für die Airclip Cloud musst du dabei nichts umstellen: du lädst deine Fotos wie gewohnt hoch, die Georeferenz kommt aus den RTK-Metadaten der Bilder.
Welche Drohnen haben RTK?
RTK gibt es bei den DJI-Enterprise-Drohnen, derzeit etwa Matrice 4E, Matrice 4T, die Mavic-3-Enterprise-Serie, Matrice 350 RTK und Matrice 400. Bei den neueren Modellen ist das Modul eingebaut, zu erkennen am auffälligen Deckel. Nachrüsten lässt es sich nur bei der Mavic 3E, 3T und 3M, dort ist es ein separates Modul. DJI Mini, Air und die normale Mavic können kein RTK. Alle Modelle im Vergleich: Welche Drohne kann was?
Für die Vermessung gedacht sind die Modelle mit E oder D im Namen (Mavic 3E, Matrice 4E, Matrice 4D): hochauflösende Kamera mit mechanischem Verschluss und Time Sync. Die T-Varianten tragen eine Wärmebildkamera, dafür eine kleinere Sichtkamera ohne Time Sync. RTK haben sie trotzdem, damit bei Inspektionen mit starkem Zoom der Bildausschnitt stehen bleibt.
Woher die Korrekturdaten kommen
RTK schaltest du in der DJI Pilot 2 App in den Systemeinstellungen der Drohne ein („Fluggerät RTK“). Dort wählst du auch, woher die Korrekturdaten kommen. Es gibt zwei Wege.
Netzwerk-RTK über das Internet. Die meisten fliegen heute so, meist mit SAPOS, dem Positionierungsdienst der deutschen Landesvermessung. Du registrierst dich und bekommst per E-Mail Server-Adresse (NTRIP), Port, Mountpoint, Benutzername und Passwort. In der App wählst du „Benutzerdefiniertes Netzwerk-RTK“ und legst damit eine Konfiguration an. SAPOS wird je Bundesland verwaltet: der deutschlandweite Zugang kostet 100 € einmalig plus 10 € im Monat, einzelne Länder sind oft günstiger, einige Open-Data-Länder sogar kostenlos. Andere Dienste wie Trimble VRS Now oder Leica SmartNet funktionieren genauso. Mehrere Anbieter oder Zugänge für einzelne Bundesländer speicherst du als eigene Konfigurationen und wählst je nach Einsatzort die passende.
Dafür braucht die Fernsteuerung während des ganzen Flugs Internet, über den Hotspot deines Smartphones oder eine SIM-Karte im DJI Cellular Dongle.
Eigene Basisstation. Ohne Internet vor Ort stellst du eine eigene Referenzstation auf, etwa die DJI D-RTK 3 für rund 1.500 €. Sie steht auf einem Dreibein, erzeugt die Korrekturdaten selbst und schickt sie per Funk über die Fernsteuerung an die Drohne. In der App wählst du dafür „D-RTK-Basisstation“.
Statt der D-RTK 3 geht auch ein GNSS-Empfänger wie die Emlid RS3. Er verbindet sich per WLAN mit der Fernsteuerung, eingerichtet wird er in der App Emlid Flow. Wie das mit der Matrice 4 geht, zeigt das Video zur Emlid RS3.
RTK Fix und Float
Bevor die Position wirklich zentimetergenau ist, muss die Drohne einen RTK Fix erreichen: eine eindeutige Lösung aus Satelliten- und Korrekturdaten. Solange sie noch rechnet, aber kein eindeutiges Ergebnis hat, zeigt sie RTK Float. Für jede Vermessung gilt: erst starten, wenn Fix angezeigt wird.
Für reine Foto- und Videoflüge kannst du RTK auch ausschalten. Es bringt dort nichts, und der Start dauert länger, weil die Drohne erst auf den Fix wartet.
So kommt der Fix zustande
Dauert es mit dem Fix, liegt es fast immer an einem dieser Punkte, und alle lassen sich vor Ort lösen.
Keine freie Sicht zum Himmel. Unter Bäumen und direkt an Gebäuden bricht der Empfang schnell ein. Wände werfen das Signal außerdem zurück (Multipath), und die Drohne rechnet mit einem falschen Laufweg. Such dir einen Startplatz, über dem ein Kegel von 90° frei ist. Das gilt auch für die Basisstation.
- Internet prüfen. Bei SAPOS & Co. immer zuerst: öffne auf der Fernsteuerung den Browser und ruf eine beliebige Seite auf. Bei einer SIM-Karte muss die PIN abgeschaltet sein, die meisten Fernsteuerungen können sie nicht abfragen.
- Zugangsdaten prüfen. Einer der häufigsten Fehler, weil keine Meldung wie „falsches Passwort“ kommt. Die Verbindung steht einfach nicht. Server, Port, Mountpoint, Benutzername und Passwort Zeichen für Zeichen vergleichen.
- Standort wechseln. Manchmal klappt es ein paar Meter weiter.
- RTK erst in der Luft einschalten. Kein Fix am Boden? „Fluggerät RTK“ ausschalten, auf ein gültiges GNSS-Signal warten (grüne Anzeige oben links), manuell starten, über Hauskante oder Baumgrenze steigen und RTK dort aktivieren.
Und wenn es trotz allem nicht klappt, hilft PPK (Post Processing Kinematic). Alle DJI-Enterprise-Drohnen außer der M3T und der M30 speichern die Satelliten-Rohdaten (Dateien mit Endungen wie .NAV und .OBS). Zusammen mit einer RINEX-Korrekturdatei rechnest du die Positionen nachträglich aus, etwa in DJI Terra, REDTOOLBOX oder RTKLIB. Das Ergebnis ist sogar etwas genauer als RTK, kostet aber einen Arbeitsschritt. Ein RTK-Modul muss dafür trotzdem an Bord sein.